Kürzlich besuchten die Femmes Libérales Norden die einmalige Retrospektive der großen Künstlerin im Schloss Malbrouck in Manderen.
Niki de Saint-Phalle, 1930 geboren bei Paris und aufgewachsen in New York , hätte diesen Ort geliebt um ihr Lebenswerk den Menschen vorzustellen, versicherte Bloum Cardenas, die Enkelin der Künstlerin, bei der Eröffnung der Ausstellung.
Einen Überblick über Niki's gesamte Werk, einer Künstlerin die zeitlebens bezaubert von Märchenmotiven und Traumsymbolen hat diese in den unterschiedlichsten Techniken verarbeitet . Angefangen von den Schießbildern, die aus weißen Materialobjekten, mit eingearbeiteten Farbbeuteln, auf die geschossen wurde, bestanden. Durch den Schuss ergoss sich die Farbe über das Bild, konnte aber auch aufgestaute Agressionen freigeben, mit denen sie zu kämpfen hatte. Mit diesen Schießbildern erregte sie 1955 viel Aufsehen und hatte sie ihre ersten Erfolge zu verzeichnen.
Ab 1962 setzte sie sich mit Frauenfiguren auseinander uns schuf Die Rote Hexe, Die Braut, Die rosa Geburt und das Monster. Und dann kamen die Nanas, die die Niki de Saint-Phalle berühmt gemacht haben. Zunächst die überlebensgroßen Polyesterfiguren poppig bemalt, provokant und empörend die Welt eroberten , später in anderen Formen wie Schmuckstücke, Parfümflaschen, Plakatmotive. Ein Symbol für weibliches Selbstbewusstsein und Stärke .
Im Laufe der siebziger Jahre entstanden dann die großen Köpfe, die Paare, die alles umschlingende Mütter, zwei Filme, ein Theaterstück und schließlich die Transparentplastiken, die man in ihrem Tarotgarten in der Toscana bewundern kann. In diesem Garten schuf sie in fünfzehn Jahren Arbeit monumental, begehbare und bewohnbare Plastiken. 1996 wurde der Garten erstmals für das Publikum geöffnet und seither zur touristischen Attraktion der Toscana gehört.
1994 zog sie in ein milderes Klima, nach Kalifornien, denn ihre Gesundheit hatte durch die gefährlichen Polyesterdämpfe sehr gelitten, hier ist sie auch 2002 gestorben.
Niki de Saint-Phalle, eine vielseitige große Künstlerin deren Werke man noch bis zum 29. August in einer phantastischen Ausstellung im Schloss Malbrouck erleben kann.
I.S.



